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Arbeit & Lernen Detmold - Newsletter
Februar 2020
 
Liebe ,

herzlich willkommen zum ersten Newsletter des Jahres 2020. Selbstverständlich wünschen wir Euch allen, wenn auch etwas spät, ein erfolgreiches, zufriedenes, glückliches und gesundes neues Jahr. Gefühlt sind wir schon mittendrin. Und das Jahr ist richtig gut gestartet. Hier sind alle gesund und munter wieder aus dem Urlaub zurückgekommen. Es gibt spannende Berichte aus Sri Lanka, Kuba und aus dem Teutoburger Wald. Also reichlich Stoff für unseren morgendlichen Küchensnack. Und die Seminare sind auch richtig gut angelaufen. Ihr seht: Es läuft.
In diesem Sinne:
Viel Spaß beim Lesen und beste Grüsse

Euer Team von Arbeit und Lernen Detmold. 
Inhalt
  1. Neues aus der Kiewningstraße 1
  2. Zertifikatsübergabe für BEM Berater*innen
  3. Unsere Crew - Dein Platz an Bord - Thomas Bödecker
  4. Urteil: Arbeitgeber muss internen Bewerbern keinen Vorrang einräumen
  5. Urteil: Kein Unfallversicherungsschutz bei Besuch der Cannstatter Wasen im Rahmen einer betrieblichen Fortbildung
  6. Neue Tagesveranstaltung: Arbeits- und Gesundheitsschutz - Neue Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts
  7. Urteil: Entgeltfortzahlung bei neuer Krankheit während bestehender Arbeitsunfähigkeit
  8. Urteil: Fehlerhafte Eingruppierung eines Personalratsmitgliedes ist korrigierbar
  9. Unsere Fachtagungen im 1. Halbjahr 2020 im Überblick
  10. Küchenschnack bei AuL
  11. Broschüre: Berufliche Beurteilung bei Epilepsie und nach erstem epileptischen Anfall
  12. Seminarangebote im April/Mai 2020
Neues aus der Kiewningstraße 1
Wir berichteten ja schon über die Baustelle bei uns im Haus. Klar, wenn es schön werden soll, dann muss vorher gerissen, gehämmert und gebohrt werden. Aber so langsam sind wir mit unseren Entspannungsübungen am Ende. Bis Ostern soll alles über die Bühne sein. Drückt uns die Daumen, dass der Osterhase uns mit einem schönen, neuem, vor allem aber ruhigem Ambiente überrascht.
Zertifikatsübergabe für BEM Berater*innen
Im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung wurde den erfolgreichen Absolvent*innen unser gemeinsamen Ausbildung zum/zur BEM Berater*in das Zertifikat der TU Dortmund überreicht. Matthias Wenzel betonte die Notwendigkeit von Kooperationen bei Bildungsangeboten. Auch aus diesem Grund setzen wir die erfolgreiche Zusammenarbeit mit unseren Partnern in 2020 fort.
Unser Angebot wird zusammen mit unseren Partnern Return to Work, dtb (Datenschutz- und Technologieberatung) und der Technischen Universität Dortmund neu aufgelegt. Die Inhalte sind praxis- und handlungsorientiert. 
Die Ausbildung besteht aus 4 dreitägigen Modulen. Zum Abschluss präsentieren die Teilnehmenden einen Ausschnitt ihrer BEM-Arbeit aus der Praxis. Die Teilnehmenden erhalten eine Teilnahmebestätigung der Kooperationspartner und nach der Abschlusspräsentation ein Zertifikat der TU Dortmund.

Ein gut ausgebildetes und ineinander verzahntes BEM-Team ist das A und O eines erfolgreichen BEMs. Aufgabe des BEM-Beraters ist es, die betroffenen Beschäftigten beratend und unterstützend durch den BEM-Prozess zu begleiten und allen Beteiligten als Ansprechperson zur Verfügung zu stehen. Vorrangiges Ziel ist es, den Arbeitsplatz trotz gesundheitlicher Beeinträchtigung zu erhalten.
Zertifizierte Ausbildung zum/zur BEM - Berater*in
Termine:
Teil 1: 24. - 26.03.2020
Teil 2: 03. - 05.06.2020
Teil 3: 25. - 27.08.2020
Teil 4: 27. - 29.10.2020
Abschluss und Zertifikatsübergabe am 24.11.2020
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Unsere Crew - Dein Platz an Bord
Thomas Bödecker 

Thomas, Du gehörst zur Crew von Arbeit und Lernen Detmold. Wären wir auf einem Boot, auf See, wo wärst Du auf dem Boot? 
 Ich wäre derjenige, der versuchen würde, den Kapitän und den Rest der Crew davon zu überzeugen, dass wir Kurs auf Ziele nehmen, an denen ganzjährig die Sonne scheint, das Thermometer nicht unter 25 Grad sinkt und die Unterwasser-Welt zum Tauchen und Schnorcheln einlädt. Man kann schließlich auch in schöner Umgebung effektiv arbeiten und lernen.

Drei Sätze, die Dich und Deine Arbeit beschreiben.
Den Menschen verständlich zu machen, dass Gesetze wichtig sind, weil sie die Spielregeln bestimmen und sicherstellen, dass Rechtsstreitigkeiten nach einem vorhersehbaren Muster entschieden werden. Gleichzeitig aber auch zu verdeutlichen, dass die Lösung von Konflikten nicht vom Recht abhängig ist, sondern von der Fähigkeit und der Bereitschaft, kommunizieren und vertrauensvoll miteinander umgehen zu können.
Etwas Privates … interessiert ja immer.
Ich versuche, mein privates Leben so zu gestalten, dass die unliebsamen Dinge zeitlich immer in der Minderheit sind. Das klappt natürlich nicht durchgehend. Auf lange Sicht ist es aber die einzige Möglichkeit, ein glückliches Leben zu führen.

Wichtig ist mir noch...
..Beziehungen zu den Menschen, auf die ich treffe, so zu gestalten, dass sie von gegenseitigem Respekt und gegenseitiger Toleranz getragen werden.
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Seminare mit Thomas Bödecker
Arbeitsrecht 2 - Rechte und Pflichten im bestehenden Arbeitsverhältnis
Termin: 09. - 13.03.2020
Ort: Mercure Hotel Hannover City
Referenten: Thomas Bödecker, Richter am Arbeitsgericht
Axel Burgdorf, Arbeit und Lernen Detmold GmbH
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Die digitale Personalakte
Termin: 04. - 05.05.2020
Ort: Hotel Mercure Mitte, Hannover
Referent: Thomas Bödecker, Richter am Arbeitsgericht
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Urteil: Arbeitgeber muss internen Bewerbern keinen Vorrang einräumen
Sachverhalt: In einem Serviceunternehmen regelte eine Allgemeine Betriebsvereinbarung, dass neu zu besetzende Stellen generell innerhalb des Unternehmens auszuschreiben sind, sofern im Unternehmen entsprechende fachqualifizierte Arbeitnehmer beschäftigt sind. Eine freie Stelle „Servicemitarbeiter/in" wurde dementsprechend zusätzlich zur externen Ausschreibung auch im betriebsinternen Intranet ausgeschrieben. Die Ausschreibung wurde außerdem allen Mitarbeitern per E-Mail mitgeteilt. Auf die Ausschreibungen hin bewarben sich 43 externe Bewerber sowie der Mitarbeiter K. Da K. wegen psychischer Probleme über einen längeren Zeitraum erkrankt war, beschloss der Arbeitgeber, in Absprache mit dem Integrationsamt und K., ihn in der Abteilung zu belassen, in der er aktuell beschäftigt war. Stattdessen sollte ein externer Bewerber eingestellt werden. Der Arbeitgeber beantragte hierfür beim Betriebsrat die Zustimmung zur Einstellung. Der Betriebsrat verweigerte diese Zustimmung mehrfach mit der Begründung, die Bewerbung des K. sei nicht ausreichend berücksichtigt worden. 

Entscheidung: Das Landesarbeitsgericht Mecklenburg-Vorpommern entschied gegen den Betriebsrat. Es habe kein Zustimmungsverweigerungsrecht aus § 99 Abs. 2 Nr. 1 BetrVG vorgelegen. Der Arbeitgeber sei seiner Pflicht zur internen Stellenausschreibung aus der Allgemeinen Betriebsvereinbarung durch die Ausschreibung im Intranet ausreichend nachgekommen. Die betriebliche Ausschreibung bedeute aber für sich allein weder eine Festlegung auf den Kreis der Bewerber aus dem Betrieb, noch verpflichte sie den Arbeitgeber, diesen Bewerbern bei der Besetzung des Arbeitsplatzes einen Vorrang einzuräumen. Vielmehr liege es, sofern nichts anderes ausdrücklich vereinbart werde, grundsätzlich im Ermessen des Arbeitgebers, die Stelle einem Arbeitnehmer seiner Wahl zu übertragen. Er könne sich daher auch für einen betriebsfremden Bewerber entscheiden, wenn er diesen für geeigneter halte.
LAG Meck-Pomm vom 03.05.2019 4 TaBV 15/18
Unser Seminartipp zur Vertiefung
Betriebsrat 4 - Betriebsvereinbarungen systematisch entwickeln
Termin: 11. - 15.05.2020
Ort: Strandhotel, Cuxhaven-Duhnen
Referenten: Marc Handwerk, Arbeit und Lernen Detmold GmbH
Ulrich Krätzig, Fachanwalt für Arbeitsrecht
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Urteil: Kein Unfallversicherungsschutz bei Besuch der Cannstatter Wasen im Rahmen einer betrieblichen Fortbildung
Sachverhalt: Der Kläger nahm an einer von seinem Arbeitgeber organisierten Fortbildung in der Nähe von Stuttgart teil. Nach Ende des fachlichen Teils am ersten Tag der Fortbildung erfolgte nach 17.00 Uhr der gemeinsame Besuch der Cannstatter Wasen. Die Kosten übernahm der Arbeitgeber. Nach Verlassen der Cannstatter Wasen stürzte der Kläger auf dem Weg zum Taxi und zog sich eine Fraktur sowohl des linken als auch des rechten Fußes zu. Die Berufsgenossenschaft hatte das Vorliegen eines Arbeitsunfalles verneint und das Sozialgericht die dagegen gerichtete Klage abgewiesen.

Entscheidung: Das LSG Erfurt hat entschieden, dass die Teilnahme an einer Abendveranstaltung auf dem Cannstatter Wasen nicht mehr zum versicherten Teil der Fortbildungsveranstaltung gehört und somit nicht gesetzlich unfallversichert ist.  Das LSG Erfurt hat die Berufung gegen das Urteil des Sozialgerichts zurückgewiesen. Nach Auffassung des Landessozialgericht hat der Kläger beim Besuch der Cannstatter Wasen nicht unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung gestanden. Grundsätzlich sei ein Arbeitnehmer nach § 2 Abs. 1 Nr. 1 SGB VII bei allen Tätigkeiten gesetzlich unfallversichert, die im Rahmen der Erfüllung seiner ihm als Beschäftigter des Unternehmens obliegenden Pflichten aus dem jeweiligen Arbeitsverhältnis vorgenommen werden. Ein derartiger betriebsbezogener Zweck sei nicht auf der Erbringung der Hauptleistung beschränkt. Er könne im Einzelfall auch für sonstige Tätigkeiten angenommen werden, die dem Unternehmensinteresse dienen. Die Teilnahme an einer betrieblich veranlassten Fortbildung und auch die damit im Zusammenhang stehende Dienstreise stehe damit grundsätzlich unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Allerdings bestehe auch während der Teilnahme an einer Fortbildung nach der ständigen Rechtsprechung kein Versicherungsschutz "rund um die Uhr". Es sei vielmehr, wie bei Tätigkeiten am Arbeitsplatz auch, zu unterscheiden zwischen Betätigungen, die mit dem Beschäftigungsverhältnis rechtlich wesentlich zusammen hängen und solchen Verrichtungen, die der Privatsphäre des Arbeitsnehmers zuzurechnen seien. Entsprechend diesen Grundsätzen gehöre die Teilnahme an der Abendveranstaltung auf dem Cannstatter Wasen nicht mehr zum versicherten Teil der Fortbildungsveranstaltung. Aus dem Gesamtablauf des Workshops ergebe sich, dass der Besuch der Cannstatter Wasen nur als Begleitprogramm zur Fortbildungsveranstaltung zu werten sei und selbst keinen Bezug zu den betrieblichen Angelegenheiten des Klägers aufweise. Alleiniger Zweck sei das gesellige Zusammensein gewesen. Unerheblich sei in diesem Zusammenhang, dass der Arbeitgeber die Kosten für den Besuch der Cannstatter Wasen vollständig übernommen habe und in der Einladung zu der Fortbildung auf den vorgesehenen Besuch der Cannstatter Wasen hingewiesen worden sei. Denn der Arbeitgeber habe es nicht in der Hand, den gesetzlichen Versicherungsschutz durch eine eigene Entscheidung auf beliebige Sachverhalte mit eigenwirtschaftlichem Charakter auszudehnen. Dass die Teilnahme am Besuch der Cannstatter Wasen auch einer Intensivierung der Kontakte der Mitarbeiter untereinander diente, reiche ebenso nicht aus den Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung zu begründen. Allein mögliche Erwartungshaltungen des Arbeitgebers bzw. der Kollegen seien nicht der Lage, den im Vordergrund stehenden eigenwirtschaftlichen Aspekt von Freizeit und Unterhaltung in den Hintergrund zu drängen. Sonstige besondere betriebliche Ziele durch den Besuch der Cannstatter Wasen seien nicht feststellbar. Bei dem Besuch der Cannstatter Wasen handelte es sich ebenfalls nicht um eine grundsätzlich versicherte betriebliche Gemeinschaftsveranstaltung wie zum Beispiel ein Betriebsfest oder eine Weihnachtsfeier. Denn der Besuch der Cannstatter Wasen sei von vornherein als geselliger Ausklang eines Fortbildungstages konzipiert gewesen.
Quelle: Thüringer Landessozialgericht, 21.11.2019, AZ L 1 U 1590/18
Unsere Seminartipps zur Vertiefung
Häufige Irrtümer im Arbeitsrecht 
Für Kurzentschlossene - begrenzte Plätze
Termin: 09. - 11.03.2020
Ort: Hotel Mercure Mitte, Hannover
Referenten: Sissi Ahle, Arbeit und Lernen Detmold GmbH
Thomas Schlingmann, Fachanwalt für Arbeits- und Sozialrecht
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Zusammenarbeit mit Behörden und Ämtern
Termin: 27. - 29.04.2020
Ort: Achat Plaza City, Bremen
Referent: Walter Venghaus, Fachanwalt für Arbeitsrecht
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Neue Tagesveranstaltung: Arbeits- und Gesundheitsschutz - Neue Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts
Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hat sich in der jüngeren Vergangenheit in einer Reihe von Entscheidungen grundsätzlich zu Fragen der Mitbestimmung im Arbeits- und Gesundheitsschutz nach § 87 Abs. 1 Nr. 7 BetrVG neu positioniert. Zu großer Unsicherheit hat zuletzt ein Beschluss des BAG vom 13.08.2019 (Az.: 1 ABR 6/18) geführt, in dem sich das Gericht mit den Ansatzpunkten und den Voraussetzungen der Durchsetzung der Mitbestimmung bei der Gefährdungsbeurteilung befasst hat.
Bis zur Durchführung der Tagesveranstaltung werden voraussichtlich zudem die Entscheidungsgründe des BAG Beschlusses vom 19.11.2019 (Az.: 1 ABR 22/18) vorliegen, in dem es u.a. um Fragen der Relevanz der Personalbemessung für Sicherheit und Gesundheit ging.
In unserer Tagesveranstaltung wird die neue Rechtsprechungslinie des BAG vorgestellt und eingeordnet. Es werden zugleich Grundsätze vorgestellt für eine erfolgreiche Interessenvertretung zur Gestaltung sicherer und gesunder Arbeit auch in Zukunft.

Hinweis: Praktische Konsequenzen der neuen Rechtsprechung sind zudem ein zentrales Thema unseres Seminars „Arbeits- und Gesundheitsschutz – Teil 2“ vom 14.-18.09.2020 in Dortmund.
Arbeits- und Gesundheitsschutz - Neue Rechtsprechung des BAG
Termin: 26.05.2020
Ort: Mercure Hotel Centrum, Dortmund
Referent: Dr. Ulrich Faber, Fachanwalt für Arbeitsrecht
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Arbeits- und Gesundheitsschutz Teil 2
Termin: 14. - 18.09.2020
Ort: Mercure Hotel Centrum, Dortmund
Referenten: Dr. Ulrich Faber, Fachanwalt für Arbeitsrecht
Godehard Baule, Arbeits- und Organisationspsychologe
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Urteil: Entgeltfortzahlung bei neuer Krankheit während bestehender Arbeitsunfähigkeit
Sachverhalt: Die Klägerin war bei der Beklagten bis zum 31.07.2017 als Fachkraft in der Altenpflege beschäftigt. Seit dem 07.02.2017 war sie infolge eines psychischen Leidens arbeitsunfähig. Die Beklagte leistete Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall bis einschließlich 20.03.2017. Im Anschluss bezog die Klägerin auf der Grundlage von Folgebescheinigungen ihrer Hausärzte, die zuletzt am 05.05.2017 eine bis einschließlich 18.05.2017 fortbestehende Arbeitsunfähigkeit attestierten, Krankengeld. Am 19.05.2017 unterzog sich die Klägerin wegen eines gynäkologischen Leidens einer seit längerem geplanten Operation. Ihre niedergelassene Frauenärztin bescheinigte am 18.05.2017 als "Erstbescheinigung" eine Arbeitsunfähigkeit vom 19.05.2017 bis zum 16.06.2017 und durch Folgebescheinigung eine fortbestehende Arbeitsverhinderung bis einschließlich 30.06.2017.
Im Juli 2017 erbrachte die Klägerin im Hinblick auf ihr gewährten Urlaub und Überstundenausgleich keine Arbeitsleistungen mehr und begann eine Psychotherapie bei einem Neurologen. Die Klägerin erhielt in der Zeit vom 19.05. bis zum 29.06.2017 weder von der Beklagten Entgeltfortzahlung noch von ihrer Krankenkasse Krankengeld.
Mit ihrer Klage verlangt sie für diesen Zeitraum von der Beklagten die Zahlung von 3.364,90 Euro brutto nebst Zinsen. Sie macht geltend, sie sei ab dem 19.05.2017 wegen eines neuen Leidens arbeitsunfähig gewesen. Die Arbeitsunfähigkeit wegen ihrer psychischen Erkrankung habe am 18.05.2017 geendet. Die Beklagte hat Klageabweisung beantragt und die Auffassung vertreten, den Umständen nach sei von einem einheitlichen Verhinderungsfall auszugehen. Die Klägerin habe deshalb nur einmal für die Dauer von sechs Wochen Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall beanspruchen können. Diesen Anspruch habe sie erfüllt.
 
Entscheidung: Das BAG hat entschieden, dass der gesetzliche Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall auch dann auf die Dauer von sechs Wochen beschränkt ist, wenn während bestehender Arbeitsunfähigkeit eine neue, auf einem anderen Grundleiden beruhende Krankheit auftritt, die ebenfalls Arbeitsunfähigkeit zur Folge hat (Grundsatz der Einheit des Verhinderungsfalls). Ein neuer Entgeltfortzahlungsanspruch entstehe nur, wenn die erste krankheitsbedingte Arbeitsverhinderung bereits zu dem Zeitpunkt beendet war, zu dem die weitere Erkrankung zur Arbeitsunfähigkeit führte, so das BAG. 
Die Revision der Klägerin hatte vor dem BAG keinen Erfolg. Nach Auffassung des BAG hat der Arbeitnehmer im Streitfall darzulegen und zu beweisen, dass die vorangegangene Arbeitsunfähigkeit im Zeitpunkt des Eintritts der weiteren Arbeitsverhinderung geendet hatte, wenn der Arbeitnehmer krankheitsbedingt arbeitsunfähig ist und sich daran in engem zeitlichen Zusammenhang eine im Wege der "Erstbescheinigung" attestierte weitere Arbeitsunfähigkeit anschließt. Dies sei der Klägerin nicht gelungen. Das Landesarbeitsgericht habe durch Vernehmung der die Klägerin behandelnden Ärzte umfassend Beweis erhoben. Danach habe nicht festgestellt werden können, dass ein einheitlicher Verhinderungsfall nicht vorgelegen habe. Das gelte umso mehr, als nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme eine Untersuchung der Klägerin durch den behandelnden Arzt bei der Feststellung der bis einschließlich 18.05.2017 attestierten Arbeitsunfähigkeit nicht erfolgt sei.
Quelle: BAG 11.12.2020, AZ 5 AZR 505/18
Unser Seminartipp zur Vertiefung
Gesundheitsbezogene Daten im Arbeitsverhältnis
Termin: 27. - 29.04.2020
Ort: Achat Plaza City Bremen
Referent: Eberhard Kiesche, Referent für Arbeits- und Gesundheitsschutz
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Urteil: Fehlerhafte Eingruppierung eines Personalratsmitgliedes ist korrigierbar
Sachverhalt: Das betroffene Personalratsmitglied ist angestellt bei einer Anstalt des öffentlichen Rechts im Bereich Abfallwirtschaft und Reinigung. Seit 1990 wurde der Arbeitnehmer, ein gelernter Kraftfahrzeugschlosser, der als Kraftfahrer tätig war, durchgehend in den Personalrat gewählt und ist seitdem für die Personalratsaufgaben freigestellt. Während der Freistellung erwarb er die Zusatzqualifikation zum Personalfachkaufmann. Der Arbeitnehmer war wie die meisten Kraftfahrer der Beklagten in die E 6 TVöD eingruppiert. Er beantragte beim damaligen Personalvorstand die Feststellung der Eingruppierung, die er ohne seine Freistellung als Personalrat erreicht hätte. Laut Personalvorstand konnte der Kläger in die Stufe E 14 eingruppiert werden, die ein Hochschulstudium oder gleichwertige Kenntnisse verlangt. Der Kläger erklärte sich mit dieser sogenannten Nachzeichnung seines Werdegangs einverstanden. Mit Zustimmung des Personalrats erhielt er ab 2012 eine Vergütung nach E 14 TVöD. Mitte 2017 nahm der Arbeitgeber nach einem Vorstandswechsel die Eingruppierung zurück mit dem Hinweis auf das gesetzliche Verbot, Personalräte aufgrund ihres Amtes zu bevorteilen.
Entscheidung: Das LAG Berlin-Brandenburg hat diese Rücknahme bestätigt. Die Zuordnung des Klägers zur E 14 TVöD lasse sich nicht rechtfertigen, diese war schlichtweg falsch. Zudem habe sie den Kläger in unerlaubter Weise wegen seines Personalratsamts begünstigt. Die seinerzeit vorgenommene nicht nachvollziehbare Bewertung des Personalvorstands bezüglich der Eingruppierung ändere nichts an der Zulässigkeit der Rücknahme der falschen Eingruppierungsentscheidung.
LAG Berlin-Brandenburg vom 23.10.2019, AZ 17 Sa 2297/18
Unsere Seminartipps zur Vertiefung
Grundlagenseminar für Personalräte Teil 1
Termine:
25. - 29.05.2020 in Willingen
24. - 28.08.2020 in Cuxhaven-Duhnen
26. - 30.10.2020 in Bad Lippspringe
16. - 20.11.2020 in Willingen
Referenten: Axel Burgdorf, Arbeit und Lernen Detmold GmbH
Walter Venghaus, Fachanwalt für Arbeitsrecht
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Grundlagenseminar für Personalräte Teil 2 - Mitbestimmung
Termine:
22. - 26.06.2020 in Cuxhaven-Duhnen
05. - 09.10.2020 in Dortmund
07. - 11.12.2020 in Bochum
Referenten: Axel Burgdorf, Arbeit und Lernen Detmold GmbH
Walter Venghaus, Fachanwalt für Arbeitsrecht
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Unsere Fachtagungen im 1. Halbjahr 2020 im Überblick
Mit unseren Fachtagungen greifen wir aktuelle Themen auf und nehmen grundsätzliche Entwicklungen in den Blick. Dabei ist es uns sehr wichtig, dass in unseren Tagungsformaten nicht nur Wissen vermittelt wird, sondern auch die Gelegenheit besteht, sich über betriebliche Sachverhalte und Gegebenheiten auszutauschen und sie zu diskutieren. 
AuL Forum Arbeitsrecht
Fachtagung Suchtprävention
Fachtagung Arbeits- und Gesundheitsschutz
Fachtagung Aktuelle Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts
AUL Forum Arbeitsrecht: Arbeitszeit
Termin: 12.03.2020
Ort: Hotel Bielefelder Hof
Referenten: Peter Schmidt, Richter am Landesarbeitsgericht
Ulrich Krätzig, Fachanwalt für Arbeitsrecht
Sissi Ahle, Arbeit und Lernen Detmold GmbH
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Fachtagung Suchtprävention in Betrieb und Verwaltung
Termin: 30.03. - 03.04.2020
Ort: Best Western Plus Hotel in Willingen
Referentin: Saskia van Oosterum, Dipl.-Pädagogin, Drogenberatung Lippe e.V.
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Fachtagung Arbeits- und Sozialrecht - Ausgebucht
Termin: 23. - 27.03.2020
Fachtagung Arbeits- und Gesundheitsschutz
Termin: 20. - 24.04.2020
Ort: Dorint Hotel Leipzig ehemals Mercure Hotel am Johannisplatz, Leipzig
Referent*innen: Martin Fieseler, Fachanwalt für Arbeitsrecht
Rolf Schmucker, Leiter des Referat DGB Index Gute Arbeit
Britta Schmit-Howe, Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
Guido Schmidt, Sicherheitsingenieur
Axel Burgdorf, Arbeit und Lernen Detmold GmbH
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Fachtagung Aktuelle Rechtsprechung des Bundesarbeitsgericht
Termin: 15. - 19.06.2020
Ort: Hotel Mercure Altstadt, Erfurt
Referenten: Ralf Zimmermann, Richter am Bundesarbeitsgericht
Thomas Bödecker, Richter am Arbeitsgericht
Ulrich Krätzig, Fachanwalt für Arbeitsrecht
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Küchenschnack bei AuL
Als wir das erste Mal dieses Jahr wieder zusammen gefrühstückt haben, ergab sich beim Blick auf den reich gedeckten Frühstückstisch folgender Dialog: 

Ilona: (gerade aus Sri Lanka zurück) Oh Leute, ich kann kein Curry mehr sehen. Curry, Curry, Curry… in allen Varianten. Nimm mal den Curry-Humus vom Tisch. Und wenn ihr mal eine Mango direkt vom Baum probiert habt … der Hammer. Dagegen könnt ihr das alles hier vergessen. 

Matthias: Und der Kaffee auf Kuba. Wahnsinn. Schmeckt ganz intensiv und trotzdem nicht scharf. Total bekömmlich. Heeeerrlich! Nicht wie diese scharf geröstete „Krönung“. 

Sibylle: Dieser Supermarktkäse schmeckt doch auch nicht. Unser Käse aus Nieheim – das ist ein Käse. Da kommt sowieso kein anderer ran. 

Sissi: Das Brot müßte eigentlich gammelig sein. Habe ich schon vor 4 Tagen gekauft. Bestimmt jede Menge Enzyme drin. Weiß man ja heute nicht mal beim Bäcker vor Ort, was da so drin ist. 

Sibylle: Aber eigentlich geht es uns doch super, oder? 

Ilona: mmh, mmh, mmh voll lecker. Gib mir doch bitte noch ‚ne Scheibe von dem Brot. 

Matthias: Wer will noch ‚nen Kaffee. 

Sissi: Meine selbstgemachte Marmelade ist auch schon wieder alle. Ihr seid echt gierig. 

Sibylle: So isses. Läuft doch. Morgen gibt es Käse aus Nieheim.
Broschüre: Berufliche Beurteilung bei Epilepsie und nach erstem epileptischen Anfall
Diese Schrift, die bisher unter dem Titel „Empfehlungen zur Beurteilung beruflicher Möglichkeiten von Personen mit Epilepsie“ vorlag, wurde im Ausschuss „Arbeitsmedizin der Gesetzlichen Unfallversicherung“ überarbeitet. Es  wurde ein Kapitel zum Vorgehen nach einem ersten epileptischen Anfall neu aufgenommen. Sie enthält Anhaltspunkte zur sachgerechten Beurteilung der beruflichen Möglichkeiten von Personen mit Epilepsie und von Personen nach einem ersten epileptischen Anfall, um deren Eingliederungschancen zu verbessern. Darüber hinaus beinhaltet sie sowohl Hinweise zur Gefährdungsbeurteilung an konkreten Arbeitsplätzen unter Berücksichtigung des individuellen Krankheitsbildes, der Tätigkeit und des Arbeitsumfeldes als auch solche für die Beurteilung der Eignung im Rahmen der Berufswahl.
Download der Broschüre
Seminarangebote im April/Mai 2020
20.04 - 22.04 in Berlin
Personalbesetzung in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen
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20.04 - 24.04 in Leipzig
Fachtagung Gesundheit 2020
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27.04 - 29.04 in Bremen
Gesundheitsbezogene Daten im Arbeitsverhältnis
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27.04 - 29.04 in Bremen
Die Zusammenarbeit mit Ämtern und Behörden
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29.04 - 30.04 in Hannover
IT - Mitbestimmung
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04.05 - 06.05 in Hamm
Arbeitsgerichtliches Beschlussverfahren und Einigungsstelle
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04.05 - 05.05 in Hannover
Die digitale Personalakte
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04.05 - 08.05 in Erfurt
Kirchliches Arbeitsrecht und aktuelle Rechtsprechung des BAG für die MAV
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06.05 - 08.05 in Münster
Betriebsklima – Die Atmosphäre im Betrieb verbessern Teil 2
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06.05 - 08.05 in Dortmund
Arbeitsschutzausschuss
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11.05 - 13.05 in Cuxhaven-Duhnen
Basiswissen Schichtarbeit
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11.05 - 13.05 in Bremen
Auslandstätigkeit, Montage, Dienstreisen
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11.05 - 15.05 in Cuxhaven-Duhnen
Betriebsrat 4 - Grundlagen der Betriebsratsarbeit (BR 4)
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11.05 - 15.05 in Bremen
Zertifizierte Ausbildung zum/zur Mobbing- und KonfliktberaterIn im Betrieb - Teil 2
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13.05 - 15.05 in Bochum
Home-Office und mobiles Arbeiten
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25.05 - 27.05 in Marburg
Mobbing, Schikane, Diskriminierung - Teil 1
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25.05 - 29.05 in Kassel
Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) und Bundesdatenschutzgesetz (BDSG)
Weitere Informationen online »

25.05 - 29.05 in Marburg
Betriebsrat 1 - Grundlagen der Betriebsratsarbeit (BR 1)
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25.05 - 29.05 in Willingen
Die Jugend- und Auszubildendenvertretung - JAV 2
Weitere Informationen online »

25.05 - 29.05 in Willingen
Das Landespersonalvertretungsgesetz (LPVG) – LPVG 1 für NRW und NDS
Weitere Informationen online »

26.05 - 27.05 in Paderborn
Mutterschutz – Pflegezeit– Elternzeit– (Brücken-)Teilzeit
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28.05 - 28.05 in Bielefeld
Wer arbeitet macht Fehler
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E-Mail: info@aul-seminare.de | Website: www.aul-seminare.de

Geschäftsführer: Matthias Wenzel
Handelsregister: HRB 5820, Amtsgericht Lemgo
Steuernummer: 313/5900/3760, FA Detmold

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