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Arbeit & Lernen Detmold - Newsletter
August 2019
 
Liebe ,

bei der weiteren Lektüre des Newsletters wirst Du feststellen: Trotz Urlaubszeit, geht es bei uns rund. Zum Glück haben wir bei uns in der Kiewningstraße Bäume, die uns Schatten spenden und so für angenehme Raumtemperaturen und einen kühlen Kopf sorgen. Deshalb hatten wir auch wieder viel Spaß beim Erstellen des Newsletters. Den wünschen wir Dir auch beim Lesen und beim Stöbern.
Euer Team von Arbeit und Lernen Detmold. 
Inhalt der Ausgabe
  1. Neues aus der Kiewningstraße 1
  2. Unsere Crew - Dein Platz an Bord
  3. Wir waren zu spät… Kurz bevor wir Uli die Interviewfragen geschickt haben, ist er in den Urlaub gefahren. Es sei ihm von Herzen gegönnt!!
  4. Krisen im Betrieb frühzeitig erkennen - NEUES ANGEBOT
  5. BAG - Tagung - immer was Besonderes
  6. Fristlose Kündigung durch den Arbeitnehmer aus wichtigem Grund berechtigt
  7. Zustimmungsverweigerung bei unterlassener interner Stellenausschreibung
  8. Urlaubstage sind nicht teilbar
  9. Arbeitnehmerüberlassung oder Werkvertrag: Auf den tatsächlichen Inhalt kommt es an
  10. Küchen-Schnack mit Ilona und Sissi
  11. Unsere Seminarangebote November`19
Neues aus der Kiewningstraße 1
Sommerpause- aber nicht bei uns! Wir zählen den Countdown für unser Programm 2020.
Während Ihr es Euch hoffentlich richtig gut gehen lasst, in den Urlaub fahrt und Zeit mit Euren Liebsten grillend im Garten und am See verbringt, tüfteln wir fleißig an dem Feinschliff für unseren neuen Katalog 2020. Wir haben unter anderem die Zeit genutzt, ein lustiges Team-Shooting zu veranstalten, um Euch mit einem neuen, frischen Titelbild zu begrüßen. Natürlich gab es nicht nur äußerlich, sondern auch inhaltlich Veränderungen.
Unser zukünftiges Programm haben wir noch übersichtlicher, kompakter und interessanter für Euch gestaltet. Der Erscheinungstermin ist der 02. September- Ihr findet allerdings bereits alle Seminare online.
Unsere Crew - Dein Platz an Bord

Wir waren zu spät…

Kurz bevor wir Uli die Interviewfragen geschickt haben, ist er in den Urlaub gefahren.

Es sei ihm von Herzen gegönnt!!

Wir holen das Interview nach – versprochen! 
Krisen im Betrieb frühzeitig erkennen
Wirtschaftlich ging es nach der Krise 2009 stetig bergauf. Viele Betriebe suchen Leute, das Handwerk boomt, der Grad der Beschäftigung ist hoch. Die Sonne lacht für viele. Abhängig von der Branche  ziehen aber die ersten Wolken auf. Schirme werden schon mal verteilt, um sie dann öffnen zu können, wenn der Betrieb irgendwann “ im Regen“ stehen sollte. Die Trumpsche Politik des “ Make Amerika great again“ zieht weltweit handelspolitische Konflikte nach sich, der BREXIT ist ein großer Unsicherheitsfaktor und die schnelle und massive Digitalisierung wird auch in den Chefetagen nicht nur bejubelt. Verunsicherung ist das Schlagwort. Entscheidungen werden vertagt, große Investitionen zurück gehalten. Vor allem in der Auto- und Zuliefererindustrie läuft es nicht mehr gut. Die „Dieselfrage“ zieht sich und zieht sich und zieht sich…
Doch was auch immer die Ursachen für die wirtschaftliche Eintrübung in einigen Branchen sind: Betriebsräte müssen sich mit den Folgen im Betrieb auseinandersetzen und sich gut aufstellen. Mit diesem Seminar möchten wir eine neue, vorausschauende Perspektive in der BR-Arbeit  fördern. Verstehen und handeln, bevor die Krise eintritt. 
Hier geht`s zur Anmeldung
Krisen im Betrieb frühzeitig erkennen - NEUES ANGEBOT
Termin: 07. - 09.10.2019
Ort: Bad Lippspringe
Referenten: Ulrich Krätzig, Fachanwalt für Arbeitsrecht
Sissi Ahle, Arbeit und Lernen Detmold GmbH
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Weitere Seminare mit Ulrich Krätzig
Arbeitsunfähig oder "nur" Leistungsgemindert
Termin: 23.09. - 25.09.2019
Ort: Münster
Referent: Ulrich Krätzig, Fachanwalt für Arbeitsrecht
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Leiharbeit - Befristungen - Werkverträge
Termin: 30.09. - 02.10.2019
Ort: Hannover
Referenten: Ulrich Krätzig, Fachanwalt für Arbeitsrecht
Thomas Bödecker, Richter am Arbeitsgericht
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Arbeitszeitrecht
Termin: 09.12. - 13.12.2019
Ort: Bremen
Referenten: Ulrich Krätzig, Fachanwalt für Arbeitsrecht
Axel Burgdorf, Arbeit und Lernen Detmold GmbH
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BAG - Tagung - immer was Besonderes
Matthias Wenzel
Ich erinnere mich noch an unsere erste BAG-Tagung - das war 2005 - kurz nach unserer Gründung und da waren wir im Sorathotel, heute das H+Hotel an der Krämerbrücke. Im Vergleich zu unseren heutigen Tagungen hatte das damals mit 12 Teilnehmern allerdings eher einen Seminarcharakter. Erfreulicherweise ist unsere BAG – Tagung im Laufe der Jahre zu einem festen Termin bei vielen unserer Teilnehmerinnen und Teilnehmer geworden. Der kommende September-Termin beispielsweise ist bereits jetzt fast ausgebucht.
Matthias Wenzel
Geschäftsführer Arbeit und Lernen Detmold GmbH
Warum unsere BAG-Tagung in Erfurt immer was ganz besonderes ist…
… das liegt unter anderem daran, dass trotz der Größe der Tagung – die Themen breit und kontrovers diskutiert werden – es gibt immer Raum für Fragen und Diskussionen/Beiträge – … und das alles findet auf einem sehr hohem Niveau statt. Trotz des Charakters einer Tagung schaffen wir dadurch auch die Anbindung zur betrieblichen Praxis – d.h. der praktische Nutzen für die alltägliche Arbeit als Interessenvertreterin –  also von der reinen Wissensvermittlung hin zur Umsetzung im Alltag. Besonderes Highlight ist natürlich der Besuch von Verhandlungen am BAG und die Nachbesprechung mit einer/einem BAG-Richterin bzw. BAG-Richter. Auch hier sind die Meldungen so, dass unsere Teilnehmende sehr diskussionsfreudig und wissbegierig sind.
BAG - Arbeitsrechtstagung - Last Minute Anmeldung
Termin: 24.09. - 28.09.2019
Ort: Victor`s Residenz Hotel Erfurt
Referenten: Matthias Waskow (Richter am Bundesarbeitsgericht), Thomas Bödecker (Richter am Arbeitsgericht, Ulrich Krätzig (Fachanwalt für Arbeitsrecht)
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Fristlose Kündigung des Arbeitsverhältnisses durch den Arbeitnehmer aus wichtigem Grund berechtigt
Sachverhalt: Am 28.03.2017 war der Kläger mit einem Copiloten und zwei Flugbegleiterinnen für einen Einsatz in Paris CDG um 06:30 Uhr eingeplant. Hierfür reiste der Kläger weisungsgemäß am Tag zuvor mit dem Zug an. Die Anreise war von der Beklagten so geplant, dass bei Ankunft am Flughafen noch 11 Stunden bis zum Start verblieben, also die vorgeschriebene Ruhezeit von 10 Stunden gewahrt worden wäre. Tatsächlich ist es aber zu einer Verspätung gekommen, weil der Crew von der Beklagten ein falscher Umsteigebahnhof in Brüssel benannt worden war und weil es in Paris zu Verkehrsproblemen kam. Zwischen dem Accountable Manager der Beklagten und dem Kläger ist es dann während der Taxifahrt zum Flughafen zu einem Telefongespräch gekommen. Gegenstand des Telefongesprächs war die Tatsache, dass eine Ankunftszeit am Flughafen absehbar gewesen ist, die eine Einhaltung der Ruhezeit nicht mehr hätte gewährleisten können. Der genaue Inhalt des Gesprächs ist streitig. Insbesondere ist streitig, ob die Beklagte den Kläger und die Crew aufgefordert oder gar genötigt hat, die Pflicht zur Einhaltung der Ruhezeit zu mißachten. Aus einem Vermerk des Zeugen B geht jedenfalls hervor, dass der Kläger „deutlich erklärt“ habe, er benötige „seine 10 Stunden“ Ruhezeit, stehe also pünktlich zum Start am nächsten Tag um 6:30 Uhr nicht zur Verfügung. Aus dem Vermerk geht auch hervor, dass der Zeuge B den Kläger zuvor gefragt hatte, wie er, der Kläger, „das händeln würde“. Ähnliches beschrieb der Geschäftsführer der Beklagten in einer Stellungnahme an die Bundesanstalt für Arbeit „Der Crewplaner, Herr B , hat natürlich versucht zu klären, ob der Flug am nächsten Tag pünktlich durchführbar ist oder nicht, da es schon zum Zeitpunkt des Telefonats zwischen Herrn S und Herrn B klar war, dass die Crew verspätet im Hotel ankommen würde.“ Tatsächlich startete der Kläger die Maschine am nächsten Morgen mit 40 Minuten Verspätung. Mit Schreiben vom 07.04.2017 erklärte der Arbeitnehmer die außerordentliche und fristlose Kündigung des Arbeitsverhältnisses. Er habe nämlich einen wichtigen Grund zur Kündigung gehabt.

Der Zeuge B habe ihn im Telefongespräch während der Taxifahrt zum Pariser Flughafen in vorwurfsvollem Ton gefragt, wann sie denn endlich im Hotel seien und ob am nächsten Tag der Flug rechtzeitig starten könne. Schließlich müsse das er, der Kläger, entscheiden „Sie entscheiden Herr S … denken Sie dran“. Bei einem weiteren Telefongespräch wenige Minuten später habe der Zeuge B gefragt, ob er denn tatsächlich auf seine Ruhezeit bestehe. Als er das bestätigt habe, weil dies auch seine Pflicht sei, habe der Zeuge B ungehalten reagiert und gefragt, was ihm denn 40 Minuten mehr Schlaf nützen würden. Weiter habe der Zeuge ihm gesagt, er habe dem Geschäftsführer bereits mitgeteilt, der Kläger bekomme „Schnappatmung“ wegen 40 Minuten. Auch der Geschäftsführer betrachte das Bestehen auf die Ruhezeit als albern und vertrete die Ansicht, dass der Flug rechtzeitig durchgeführt werden solle. Wörtlich habe der Zeuge B geäußert: „Überlegen Sie mal, was Sie da veranstalten, ich habe langsam die Schnauze voll. Wir hatten heute ein Luftfahrzeug AOG [defekt] und jetzt kommen Sie noch mit ihrer Ruhezeit, was zur Folge hat, dass der Flug morgen verspätet rausgeht. Denken Sie mal daran, dass wir 70 Mitarbeiter haben und wenn der Auftrag mit der Air France gestrichen wird, sind alle arbeitslos, aber das müssen Sie entscheiden … Als Sie am Sonntag in der Sonne gelegen haben, habe ich Dienstpläne gemacht. Es reicht mir jetzt mit euch. Ihr werdet schon sehen was ihr davon habt. Ich plane jetzt nur noch so, dass alle nur das Minimum zu Hause sind. Einige Piloten werden dann schon sehen, was sie davon haben. Machen Sie nur weiter so.“

Entscheidung:
Das LAG Köln entschied, dass der Arbeitnehmer einen konkreten Anlass hatte, sein Arbeitsverhältnis fristlos zu kündigen.
"Eine Arbeitgeberin, die diese so klar geregelte Ruhezeit nicht als in Stein gemeißelt behandelt, eine Arbeitgeberin die den Piloten nicht von sich aus auffordert, diese Ruhezeit in jedem Falle einzuhalten, die es vielmehr für in Vermerken erwähnenswert hält, wenn der Pilot äußert, er benötige „seine 10 Stunden“ und die vielmehr die Einhaltung der Ruhezeit dem Piloten zur Disposition stellt mit der Nachfrage „wie er das händeln würde“ – eine solche Arbeitgeberin nimmt es mit den Sicherheitsvorschriften nicht so genau, wie sie es tun müsste. Das tat hier die Beklagte nicht nur durch ihren Mitarbeiter, den Zeugen B . Das Schreiben des Geschäftsführers an die Bundesagentur spricht vielmehr die gleiche Sprache, wenn es dort heißt: „Der Crewplaner, Herr B , hat natürlich versucht zu klären, ob der Flug am nächsten Tag pünktlich durchführbar ist oder nicht, da es schon zum Zeitpunkt des Telefonats zwischen Herrn S und Herrn B klar war, dass die Crew verspätet im Hotel ankommen würde.“ – Wenn aber die Verspätung „schon klar war“, dann ist der Flug am nächsten Tag nur dann „pünktlich durchführbar“, wenn gegen die Ruhezeit verstoßen wird. Das scheint für die Beklagte nichts Besonderes zu sein. Und wenn der Zeuge B- es in seinem Vermerk für erwähnenswert hält, dass der Kläger auf „seine Ruhezeit“ bestehe, dann verwechselt er möglicherweise persönliche Vorrechte und Besitzstände einerseits mit Sicherheitsvorschriften, die die Arbeitnehmer, die Kunden und die Allgemeinheit schützen sollen, andererseits. Bei den Vorschriften zur Ruhezeit handelt es sich nicht nur um solche des technischen Arbeitsschutzes zur Bewahrung von Leben und Gesundheit der betroffenen Arbeitnehmer. Es geht gleichermaßen um die Vorbeugung zur Verhinderung von Stör- und Katastrophenfällen. Einem Piloten, der feststellen muss, dass seine Arbeitgeberin die fundamentalsten Sicherheitsvorkehrungen nicht ernst nimmt, ist die weitere Tätigkeit für das Unternehmen nicht zumutbar – auch nicht bis zum Ablauf der Kündigungsfrist."
Quelle: Landesarbeitsgericht Köln 04.04.2019, 6 Sa 444/18
Zustimmungsverweigerung bei unterlassener interner Stellenausschreibung
Sachverhalt: Es ging um die Zustimmung des Betriebsrates zur Einstellung eines Leiharbeitnehmers, der dauerhaft als OP-Manager tätig sein sollte. Der Arbeitgeber hatte die Stelle nicht intern ausgeschrieben, obwohl der Betriebsrat die interne Ausschreibung sämtlicher zu besetzenden Stellen nach  93 BetrVG verlangt hatte.Der Betriebsrat verweigerte seine Zustimmung zur geplanten Einstellung nach § 99 BetrVG u.a. wegen der ausgebliebenen internen Ausschreibung. Der Arbeitgeber vertrat die Auffassung, die Stelle müsse nicht intern ausgeschrieben werden, weil es gerade der Sinn der geplanten Stellenbesetzung sei, dass die Aufgabenteile des OP-Managements von einer externen Person durchgeführt werde. Es gehe gerade darum, dass durch die externe Besetzung die erforderliche Objektivität, Neutralität, Distanz und vor allem Unabhängigkeit zu und von den betroffenen Arbeitnehmern einschließlich der leitenden Ärzte gewährleistet werde. Dadurch stehe fest, dass definitiv keiner ihrer bisherigen Arbeitnehmer in Betracht gekommen sei.

Entscheidung:
Das LAG Düsseldorf stellt fest, dass die interne Ausschreibung der Stelle des OP-Managers nicht ausnahmsweise entbehrlich gewesen. Der Widerspruch des Betriebsrates sei selbst dann nicht als rechtsmissbräuchlich anzusehen, wenn nicht mit internen Bewerbern zu rechnen sei. Eine interne Ausschreibung soll gerade dazu dienen, herauszufinden, ob – und ggf. welche – anderen Arbeitnehmer sich bewerben werden, während zum anderen die Ausschreibung der Stelle dem Arbeitgeber regelmäßig keinen großen Aufwand abverlange. Die Beschwerde des Betriebsrats hatte hinsichtlich der Verweigerung der Zustimmung zur Einstellung Erfolg.
Quelle: Landesarbeitsgericht Düsseldorf vom 12.04.2019, 10 TaBV 46/18
Urlaubstage sind nicht teilbar
Sachverhalt:  Der 1961 geborene Arbeitnehmer ist seit 1977 bei seinem Arbeitgeber bzw. dessen Rechtsvorgänger als Zerspanungstechniker beschäftigt. Er hat einen vertraglichen Urlaubsanspruch von 31 Tagen pro Jahr. Das Unternehmen lässt im Drei-Schicht-Betrieb arbeiten, dabei ist der Arbeitnehmer ausschließlich in der Frühschicht von 6.00 bis 14.00 Uhr montags bis freitags tätig. Der Arbeitnehmer erhielt über Jahre antragsgemäß an halben Tagen Urlaub gewährt. Dies war an 18 Tagen in 2015 und an 13 Tagen in 2016 der Fall. 2017 teilte ihm der Arbeitgeber mit, künftig nicht mehr als sechs halbe Tage Urlaub im Jahr gewähren zu wollen. Der Arbeitnehmer erhob Klage. Er wollte festgestellt haben, dass der Arbeitgeber ihm pro Jahr 8 bis 10 Urlaubstage hälftig gewähren muss, also Freizeit verteilt auf 16 bis 20 Tage. Er begründete dies damit, er wolle an diesen Tagen auf dem Weingut seiner Familie mitarbeiten. Die Arbeit im Weinberg sei wetterabhängig und ließe sich erst kurzfristig planen. Der Arbeitgeber habe dies in der Vergangenheit stets genehmigt. Er habe an diesen Tagen nur jeweils von 6 bis 10 Uhr im Betrieb gearbeitet und sei dann zum Weinberg gegangen. Das ArbG Heilbronn wies seine Klage ab.


Entscheidung: Das Landesarbeitsgericht (LAG) Baden-Württemberg bestätigte die Entscheidung. Grundsätzlich hat der Arbeitnehmer ein so genanntes »Erstbestimmungsrecht«, kann also selbst entscheiden, wann und wie er den Urlaub nehmen will. Der Arbeitgeber darf dies nur aus eng umschriebenen Gründen verweigern (§ 7 Abs. 1 BUrlG). Allerdings wäre der Urlaubswunsch des Arbeitnehmers gar nicht geeignet, seinen gesetzlichen Urlaubsanspruch zu erfüllen. Denn Urlaub ist gemäß § 7 Abs. 2 Satz 1 BUrlG »zusammenhängend« zu gewähren. Urlaub in Form von halben Tagen oder sonstigen Bruchteilen sieht das BUrlG schon nicht vor. Die einzige Ausnahme ist die Anrechnungsregel für Teilurlaub in § 5 Abs. 2 BUrlG. Das hieße, dass der Arbeitnehmer den Urlaub nochmals verlangen kann. Dass der Arbeitgeber in der Vergangenheit so verfahren haben mag, begründet keinen weiteren Anspruch des Arbeitnehmers für die Zukunft. Der Arbeitnehmer kann sich nicht auf eine stillschweigende Änderung seines Arbeitsvertrags berufen. Denn dies wäre schon rechtlich unzulässig, weil eine solche Vereinbarung über halbe Urlaubstage zum Nachteil des Arbeitnehmers vom BUrlG abweichen würde (§ 13 Abs. 1 BUrlG).
Nur für Mehrurlaub, also vertragliche oder tarifliche Urlaubsansprüche, die über den gesetzlichen Anspruch von 24 Werktagen hinausgehen, könne etwas anderes vereinbart werden. Da eine solche Vereinbarung aber nicht geschlossen wurde, hat das Gericht die Klage abgewiesen.

Der Arbeitnehmer konnte sich in diesem Fall auch nicht auf eine betriebliche Übung berufen. Denn ein Anspruch aus »betriebliche Übung« setzt voraus, dass der Arbeitgeber durch regelmäßiges Wiederholen  bestimmter Verhaltensweisen, z. B. Leistungen oder Vergünstigungen, einen Vertrauenstatbestand schafft. Dann dürfen die Arbeitnehmer daraus schließen, ihnen solle eine Leistung oder eine Vergünstigung auf Dauer eingeräumt werden. Da der Arbeitnehmer sich aber nur auf eine für ihn geltende Praxis berufen hat, fehlte es schon am kollektiven Bezug, der für eine betriebliche Übung erforderlich wäre.
Quelle: Bund-Verlag.de, LAG BaWü vom 03.06.2019, AZ 4 Sa 73/18

Arbeitnehmerüberlassung oder Werkvertrag: Auf den tatsächlichen Inhalt kommt es an
Sachverhalt:  Frau X. arbeitete seit Frühjahr 1985 bei dem Atomkraftwerk (AKW) als Hilfskraft in der Mikroverfilmung. Eingestellt wurde sie von der für das beklagte AKW damals tätigen Gebäudereinigerfirma, die ihrerseits von der Beklagten mit der Erbringung der entsprechenden Leistungen beauftragt wurde. Seit Frühjahr 1987 hat der Vertragsarbeitgeber gewechselt; Frau X. war aber weiterhin auf der Grundlage von Vereinbarungen für das AKW tätig, die als Werkvertrag ausgestaltet waren.

Entscheidung: Das Landesarbeitsgericht hat festgestellt, dass es sich bei dem Vertrag entgegen dessen Ausgestaltung tatsächlich nicht um einen Werkvertrag, sondern um Arbeitnehmerüberlassung gehandelt hat. Das ist nach dem Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) dann der Fall, wenn Arbeitskräfte zur Verfügung gestellt werden, die in den Betrieb des Entleihers eingegliedert sind und ihre Arbeit nach dessen Weisungen ausführen. Anders bei einem Werkvertrag: hier verpflichtet sich der Vertragspartner, ein sogenanntes Werk herzustellen, also einen bestimmten Erfolg herbeizuführen. Maßgeblich ist, wie der Vertrag tatsächlich gelebt wird. Im vorliegenden Fall war Frau X. der Beklagten zur Arbeitsleistung überlassen. Nach einer Beweisaufnahme steht für das Landesarbeitsgericht fest, dass Frau X., die seit ihrem ersten Arbeitstag am 15.04.1985 im AKW arbeitete, jedenfalls zu Beginn ihrer Tätigkeit weisungsabhängig in den Betrieb eingegliedert war. Sie wurde von der Beklagten eingearbeitet, musste sich von dieser Urlaub genehmigen lassen und hat die gleichen Tätigkeiten in der Mikroverfilmung verrichtet, wie andere bei der Beklagten angestellte Mitarbeiter. Wegen der fehlenden Erlaubnis des Verleihers zur Arbeitnehmerüberlassung und Überschreitung der damals geltenden Überlassungshöchstdauer war deshalb rückwirkend zum 15.04.1985 festzustellen, dass kraft gesetzlicher Fiktion ein Arbeitsverhältnis mit der Beklagten zustande gekommen ist und der Klägerin die damit zusammenhängenden Rechte aus einer betrieblichen Altersversorgung und auf Jubiläumszuwendungen zustehen. 
Quelle: LAG München vom 30.04.2019, Az. 4 Sa 511/18 
Küchen-Schnack mit Ilona und Sissi
I: Wenn Du eine berühmte Persönlichkeit – egal ob lebendig oder tot – treffen dürftest: Wer wäre es und warum?
S: Ich glaube Frida Kahlo. Weil ich sie exotisch finde und ihre Bilder sensationell sind. Eine rätselhafte, exotische, starke Frau für mich. Oder: Robert Redford in jungen Jahren - den habe ich ja total angeschmachtet.
I: Würde ein Kinofilm über dich gedreht werden- welches Lied, wäre dein Titelsong?
S: „You`ll see“ von Madonna
I: Wenn Du eine Sache auf der Welt verändern dürftest: Was wäre das?
S: Dass mit Lebensmitteln spekuliert werden darf
I: Wenn Du Dir ein Land aussuchen könntest: In welchem würdest Du gerne leben?
S: Ich glaube…. Hm, schwierig. Ich wohne hier gerne.
I: Wofür würdest Du mitten in der Nacht aufstehen?
S: Für Nougat-Schokolade. Nein, für jeden der Hilfe braucht.
I: Auf was könntest Du in Deinem Leben nicht verzichten?
S: Auf Bücher.
I: Welchen Beruf haben sich Deine Eltern für Dich vorgestellt?
S: Gar keinen. Irgendetwas Ordentliches.
I: Welche war die beste Entscheidung in Deiner beruflichen Laufbahn?
S: Dass ich eine Coaching-Ausbildung gemacht habe, weil mir das noch einmal sehr viel professionelles Handwerkszeug in meinen Teamseminaren mitgegeben hat.
I: Was macht Dir an Deinem Job am meisten Spaß?
S: In das jeweilige Seminar einzutauchen. Unterschiedliche Arbeitswelten bzw. die Menschen kennenzulernen und mich darauf einzulassen.
I: Warum machst du heute den Job, den Du heute machst?
S: Gab keinen anderen… Nein, weil ich das machen kann, was ich am besten kann.
I: Welches war das schönste Kompliment, das Dir jemand einmal gemacht hat?
S: Dass ich meine Arbeit sowohl mit viel Herz aber auch mit viel Verstand mache.
I: Genau so sehen wir das auch. Du bringst dich mit viel Herz und Verstand bei uns ein. Wir sind so froh, dich in unserem Team zu haben, liebe Sissi!
Unsere Seminarangebote November`19
04.11.2019  - 06.11.2019
Die rechtliche Durchsetzung des Gesundheitsschutzes im Betrieb Willingen Weitere Informationen

04.11.2019  - 08.11.2019

Betriebsrat 1 - Grundlagen der Betriebsratsarbeit (BR 1)
Paderborn Weitere Informationen

04.11.2019 -  - 08.11.2019
Schwerbehindertenvertretung Teilhabepraxis 1
Willingen Weitere Informationen

04.11.2019  - 08.11.2019

Fachtagung Arbeits- und Sozialrecht
Berlin Weitere Informationen

05.11.2019  - 07.11.2019

Zertifizierte Ausbildung zum BEM-Berater Teil 4 
Oberhausen Weitere Informationen

06.11.2019  - 08.11.2019
Arbeitsgerichtliches Beschlussverfahren und Einigungsstelle
Hamm Weitere Informationen  

11.11.2019  - 15.11.2019
TVöD / TV-L - Tarifliche Öffnungsklauseln
Willingen Weitere Informationen

11.11.2019  - 15.11.2019

Schwerbehindertenvertretung - Teilhabepraxis 3
Erfurt Weitere Informationen

11.11.2019  - 15.11.2019

Die Jugend- und Auszubildendenvertretung - JAV 3
Willingen Weitere Informationen

11.11.2019  - 15.11.2019
Die Jugend- und Auszubildendenvertretung - JAV 1
Willingen Weitere Informationen

11.11.2019  - 15.11.2019
Arbeitsrecht für die Mitarbeitervertretung (AVR/BAT-KF) 
Bad Salzuflen Weitere Informationen

12.11.2019  - 13.11.2019
Arbeitsunfälle, Wegeunfälle und Berufskrankheiten
Bielefeld Weitere Informationen  

18.11.2019 -  - 20.11.2019
Die Zusammenarbeit mit Ämtern und Behörden - Teil 2
Dortmund Weitere Informationen

18.11.2019  - 19.11.2019
Geschäftsführung des Betriebsrats 
Bielefeld Weitere Informationen

18.11.2019  - 22.11.2019
Bilanz lesen und verstehen - Teil 2
Berlin Weitere Informationen

18.11.2019  - 22.11.2019
Betriebsrat 4 - Grundlagen der Betriebsratsarbeit (BR 4)
Willingen Weitere Informationen

20.11.2019  - 22.11.2019
Medialer Überforderung entgegenwirken
Marburg Weitere Informationen

20.11.2019 - 22.11.2019
Der Schutz leistungsgeminderter Arbeitnehmer
Bad Lippspringe Weitere Informationen

20.11.2019  - 22.11.2019
Führung und Gesundheit
Hannover Weitere Informationen 

25.11.2019  - 27.11.2019
Außertarifliche Angestellte
Dortmund Weitere Informationen

25.11.2019  - 29.11.2019
Fit für den Vorsitz - Vier Bausteine für den Erfolg - Teil 4 
Erfurt Weitere Informationen

25.11.2019  - 29.11.2019
Betriebsrat 2 - Grundlagen der Betriebsratsarbeit (BR 2)
Erfurt Weitere Informationen

25.11.2019  - 29.11.2019
Arbeitsrecht 3 (AR 3)
Erfurt Weitere Informationen

25.11.2019  - 29.11.2019
Datenschutzgrundverordnung und Bundesdatenschutzgesetz  
Kassel Weitere Informationen

25.11.2019  - 29.11.2019
Die Jugend- und Auszubildendenvertretung - JAV 2
Willingen Weitere Informationen

27.11.2019  - 29.11.2019
Das „agile“ Unternehmen
Bremen Weitere Informationen

 


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